Mensch und Maschine treffen sich in den DesignOffices Heidelberg

In diesem Jahr stand die Axactor Heidelberger Fachtagung unter dem Motto „Mensch und Maschine“ – Digitale Transformation erleben.

Das moderne und innovative Ambiente der DesignOffices Heidelberg bot den passenden Rahmen für die diesjährige Veranstaltung, bei der unsere zahlreichen Gäste nicht nur von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Axactor begrüßt wurden, sondern auch von HUGO dem Roboter.

Nach einem kurzen Mittagsimbiss begrüßte der Moderator Bernd Waldeck die Gäste und übergab das Wort an die Geschäftsführer und Gastgeber Doris Pleil und Holger Müller, die die Gelegenheit nutzten, den Gästen die aktuellsten Entwicklungen der Axactor näher vorzustellen und die Hintergründe für die Wahl des diesjährigen Fokusthemas darzulegen. Denn wie Frau Pleil, Country Manager Germany, erläuterte, ist bei Axactor die perfekte Kombination aus Mensch und Maschine wesentlich für den nachhaltigen Erfolg in der Forderungsbeitreibung. Wie diese Kombination aussieht, wird die Zukunft zeigen müssen, eines ist jedoch aus Sicht von Doris Pleil klar – die Digitalisierung ist nicht mehr zu stoppen.

Und das war auch die Kernaussage im Vortrag von Andreas Jamm, dem Gründer und Geschäftsführer der BOLDLY GO INDUSTRIES GmbH, die Unternehmen auf dem Weg der digitalen Transformation begleitet. Er stellte die aktuellen Entwicklungen in diesem Themenfeld dar und zeigte sehr anschaulich, dass es für jedes Unternehmen wesentlich ist, sich mit den Chancen der digitalen Transformation auseinanderzusetzen, um den nachhaltigen Unternehmenserfolg nicht zu gefährden. Dass bei der Herangehensweise an diese Transformationsprozesse die kulturellen Unterschiede beispielsweise zwischen Deutschland, den USA und auch China eine ganz wesentliche Rolle - zumindest bei der Umsetzungsgeschwindigkeit – spielen, war ein weiteres Themenfeld in seiner Präsentation. In seinen Schlussworten spornte Andreas Jamm die Zuhörer an, die ersten Schritte schnell anzugehen und in dieser Phase Ideen über alle Hierarchieebenen zu sammeln, zuzulassen und sich ihnen zu öffnen – auch wenn sie zunächst absurd erscheinen, denn: „Hierarchie ist das Gegenteil von Innovation“.

Damit lag Herr Jamm gar nicht weit entfernt von der Key-Note Sprecherin der Veranstaltung, Frau Barbara Liebermeister vom Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter. Ihr Vortrag zum „Erfolgsfaktor Mensch im digitalen Zeitalter“ erlaubte mit einer lebendigen und kurzweiligen Mischung aus Informationen zur „technischen Ausstattung“ des Menschen und praktischen Beispielen, wie der Mensch Entscheidungen trifft, einen Einblick in das was uns ausmacht. Sie zeigte auf, dass auch bei Digital Natives Missinterpretationen bei der indirekten Kommunikation an der Tagesordnung sind und es deshalb wesentlich ist, den Menschen im Mittelpunkt zu bewahren und das persönliche Gespräch - wo immer möglich - einer indirekten Kommunikation vorzuziehen. Auch sie zeigte auf, dass der Mensch Treiber der digitalen Transformation sein muss und „Innovation nur dann funktioniert, wenn man Hierarchie verlernt“.

Die anschließende Kaffeepause gab den Gästen dann viel Raum für persönliche und teils angeregte Gespräche – und dank des tollen Wetters konnten diese sogar bei einem wunderbaren Blick von der Dachterrasse über die Heidelberger Bahnstadt geführt werden. Nachdem HUGO unsere Gäste ganz charmant auf die nächsten Vorträge aufmerksam gemacht hatte, wurde der Vortragsteil fortgeführt. Die Einführung in eben diesen gelang dem zaubernden Moderator mit einer beeindruckenden Jonglage, die das Thema Forderungsmanagement auf eine ganz neue und spannende Art darstellte.

Dann wurde es technisch, denn wie man Künstliche Intelligenz (KI) in Kredit- und Transaktionsprozessen visuell erklärbar macht, zeigte Dr. Jochen Papenbrock in seinem Vortrag auf. Sein FinTech, die Firamis GmbH, beschäftigt sich vom Standort Frankfurt aus mit der Verbindung von vorhandenen Daten und KI. Dass dabei die Erklärbarkeit der Auswertungsprozesse nicht nur für die Nutzer eine wesentliche Rolle spielt, sondern auch aus Sicht der Regulatoren im Finanzbereich (bspw. der BaFin) ist ein ganz wesentlicher Punkt der Analysen. Dr. Papenbrock nahm allen Gästen eventuell vorhandene Ängste sehr bald von einer KI ersetzt zu werden – denn er zeigte sehr deutlich auf, dass die Technik, aber vor allem die Qualität der Daten zum aktuellen Zeitpunkt und auch in naher Zukunft noch nicht ausreicht um dies Realität werden zu lassen. Was KI und insbesondere die visualisierende Graph-Analyse nach seiner Meinung aber schon heute kann, ist: „Den Nutzern Antworten auf Fragen zu geben, die diese sich noch gar nicht gestellt haben“.

Den Kunden überraschen – etwas was auch alle Vorredner als einen wesentlichen Erfolgsfaktor angesehen haben. Und überraschend war auch der Start des kommenden Vortrages, bei dem die automatische Sicherstellungseinheit C 1000 ein Fahrzeug bei einer nicht sonderlich kooperativen Schuldnerin sicherstellen wollte.

Im Vortrag „Empathisch und digital – Erfolgsfaktoren im Außendienst“ zeigten die Führungskräfte Axactors aus den Bereichen Personal, IT und natürlich unserer Außendienstgesellschaft sehr praxisbezogen, welches Vorgehen erfolgsversprechender ist und wie die Gesellschaft als Ganzes aufgestellt ist, um die Aufträge der Kunden zum Erfolg zu führen. Allen Gästen wurde schnell klar, dass die automatische Sicherstellungseinheit zumindest zum aktuellen Zeitpunkt nicht das Mittel der Wahl sein kann ist, sondern dass die sorgfältig ausgewählten, intensiv geschulten Mitarbeiter den Schlüssel zum Erfolg in der Hand halten. Klar gemacht wurde jedoch auch, dass gerade bei Mitarbeitern im Außendienst die technischen Möglichkeiten aufgrund digitalisierter Prozesse für die Geschwindigkeit der Bearbeitung aber auch die Transparenz und Sicherheit einen wesentlichen Aspekt darstellen und es hier für die Zukunft bereits weitere Verbesserungsansätze gibt.

Und was die Zukunft bringt – im Kontext Forderungsmanagement aber auch im Kontext der Digitalisierung - wurde unter Leitung von Kay Uwe Berg, dem Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion angeregt und kontrovers diskutiert.

So wurden die Teilnehmer vor die Frage gestellt, ob sie es lieber mit einem unperfekten Menschen oder einer perfekten KI zu tun haben möchten, durchaus nachvollziehbar unterschiedlich beantwortet. Denn der Reflex sich für den unperfekten Mensch zu entscheiden, kann sich vielleicht schnell ins Gegenteil umkehren, wenn man eine wichtige medizinische Diagnose benötigt. Und mit dem Schlusswort von Frau Liebermeister: „Die Dosis macht das Gift“ ist sicherlich das Fazit der Veranstaltung gut zusammengefasst.

Wir sollten und können uns den Veränderungsprozessen durch die Digitalisierung nicht verschließen, sondern sie zum Anlass nehmen uns und unser Tun kritisch zu hinterfragen. Wir sollten die Chancen als solche verstehen und nutzen. Und, wie Doris Pleil es ausdrückte, mutig sein, die ein oder andere rote oder gelbe Ampel auf Grün zu stellen – auch wenn noch nicht alles perfekt ist.

Was aber schon heute möglich ist, konnten die Gäste bei einem Glas Sekt oder Bier selbst ausprobieren. Eine Station zum Thema GPS Tracking konnte dabei ebenso besucht werden wie die Station zum Thema Augmented Reality, mit der dank mobilem Endgerät und App ganz neue Aspekte eines Kunstwerkes betrachtet werden konnten. Besonderen Anklang fand der iPad Karikaturist Marcel Bender, der bis in den späten Abend hinein als perfekte Kombination aus Mensch und Maschine unsere Gäste ganz individuell karikierte. Den vor Ort erstellten Ausdruck konnten die Gäste dann auch gleich mit nach Hause nehmen. Aber natürlich nicht, ohne sich zuvor bei einem entspannten Abendessen und netten Gesprächen für den Heimweg zu stärken.

Impressionen Axactor Heidelberger Fachtagung 2018

 

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